CO129-166 - Public Offices & Others - 1873 — Page 612

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und die jest brach liegende, zerftôrie Insel zur neuen Blüthe der öffentlichen Meinung als das gebrandmarkt werden, was gelangen. Aber es scheint, der Spaniern ist das 2oo8 beftellt: | fte stnd. Quem Deus vult perdere, prius dementat,

Ebenso wie ihnen, dürfte es allen Romanen in Südamerika gchen. Es ist kein Gewiffen mehr in dieser verthierten und täglich sich mehr verindianernden Maffe, teine Rasse mehr, tein Patriotismus, kein moralischer Borjat, kein Ziel, zu dem man emperstreben föunte, fein reiner Sinn und fein Belfs geurüth, das ste stüzen könnte. Egoismus, Havgter, Aücinberech, tigungsgefühl haben sich ihnen zu tief eingeimpft.

Niemand wandelt ungestraft unter Palmen, ist ein Cefstag sches Wort, aber es wird zu Schanden an der moralischen Kraft Auter Völker, sobald den Regierungen die Ansicht dämmern wird, daß es sich darum handelt, troß der Rajsendiffuston im gröberen Sinne, die Integrität der Raffen zu erhalten, die, wenn fie einander ohne moralische und gefeßgeberisch bethätigte Re- ferve im nackten schonungslosen Kampf um's Dasein begegnen, der Knechtschaft und der Tyrannci verfallen, und jenes alleinige Glement verlieren, worin die edlen Kräfte der Menschenbruft Blüthen treiben die Freiheit.

Besonders müßten wir, um dies auf unser Thema anzuweu- ben, der Einwanderung nach den Vereinigten Staaten erwähnen, teren Mittelpunkt St. Francisco ist, denn diese trägt den Cha- rafter der Freiheit und ist ein Beweis der Möglichkeit, ja der großen Zweckmäßigkeit des freien Verkehre zwischen Monzolen und Europäern, jeder in seiner Gigenart den andern ergänzend, fobalb die Ordnung angebahnt, welche das Gehäuft der Eigenart bildet.

Rach. St. Francisco betrug im Jahre 1871 die Zahl der eingewanderten Chinesen 30,000. Monatlich treffen 3–4 Dampfer ein, die immer neue Kräfte dem Weften zuführen, ♬ daß bácirs↑ der Reib des stens in demselben Maße erweckt ist, wie früher durch die Blüthe der Südstaaten. Schwerlich aber wird es wieber einen Krieg geben, da jeder Vorwand fehlt, als welcher dort die Sklaverei se palpabel sich aufbrängte, denn, wie gefagt, Die Chinesen find hier freie Leute. Sie beschäftigen sich nicht ausschließlich mit Handarbeit, Obwohl sie ihre natürliche Unter- ordnung den Judogermanen gegenüber in dem Lande selten außer Augen jesen, so machen He doch von dem Rechte ihrer Selbst. ftändigkeit den fruchtbarsten Gebrauch. Sie gründen Handlunge. häuser, Vereine, Genossenschaften, fogar Geheimbunde, sog. Hoey's, die sich gegenseitig besetben, oft blutig und ohne Rück sicht auf ihre Umgebung, aber auch gegenseitig zum wirthschaft. lichen Wetteifer anfpornen, und werden, wenn sie erst mit Frauen versehen sein werden und Familien zu bilden vermögen, ganz unzweifelhaft zu den schäzenswertheften Bürgern des Lan- des zu zählen sein, schäßenswerther bei weitem, als die Irländer und jenes kautafische Bagabondenthum, das die Schöpfung als für ihre Kommuniften-Unverschämtheiten zum alleinigen Tummel- Diesen Brüdern gegenüber hat der play bestimmt aufteht. Chinese einen schweren Stand, und auch einige Kongreßpilze haben sich schon ins Mittel gelegt, um diesen stimmführenden Patrioten Konzeffionen zu machen, aber der zähe, stets schaffende Chinese läßt sich nicht beirren. Er weiß, daß Fleiß der beste Gottesdienst ist in jedem Lande, und muter jeder guten Regierung den vertienten Schuh, die verdiente Beförderung genießen wird, so lange noch Mamaßung, Schwindel and privilegirter Raub vor

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Ohne ihre Chinesen hätten die Weftftaaten

unter bekén fich Texas mit neuen Kriminalgefeßen freilich auch nach Perna. nisch-Cubauifchem Mufter einrichten zu wollen scheint - noch keine Eisenbahnen und keine Fabriken. Es arbeiten J. B. in St. Francisco allein 20,000 Chinesen tu Labakßfabriken. Bei alledem ist der Kunstand an bedaueru, daß in Folge der Gehäffgkeit der ameri- kanisch-faufafischen Konkurrenten uur wenige biefer Arbeitsblenen im Korbe bleiben, sondern mit ihrem Honig eventuell das Weite suchen. Wird erst für die fløtte Einwanderung von Frauen ze jorgt, so wird ich dies wohl ändern. Jedenfalls And die Mängel, bie wir im Norden zu beobachten Gelegenheit haben, bei einer organistrten Einwanderung nach Brasilien, wie ile der Kaiser ins Auge gefaßt haben soll, zu vermeiden. Es sollte diefeu Punkt bei einer internationalen Vereinbarung, wie sie ia Folge des Abujus der Kontraktfreiheit nothwendig angestrebt werden muß, sofort mit in Erwägung gezogen und eine Aus- wanderungs-, Unstedlungs- und Raffengefeßgebung baldmöglichst erstrebt werden. Die Deutschen, welche, wie gefagt, noch in nähere Berührung mit den Ostasiaten durch die Kolonifations. gebiete, die sich und wie ihnen in Süd-Amerika eröffnen, fømmen könnten, hätten allerlei Grund, dieser Zendenz einen kräftigen Impuls zu geben, schon allein, um sich die Sympathien der Oftastaten zu erwerben, bie, wenn wir sie befißen, und so leicht nicht verloren gehen können. Als gewichtige Landmacht in Europa kanu Deutschland sehr wohl seinen Einfluß in der ihm natürlichen Richtung internationaler Billigkeit ausüben.

Schon hat China felbft einige Schritte gethan, gedrängt durch die Klagen seiner Söhne im Auslande; die europäischen Regierungen sind gebeten worden, den Kulihandel auf ihren Schiffen nicht zu gestalten und womöglich um Aufhebung jenes Seelenverkäuferneftes Maçao, das įeiner eigenen Regie. rung nicht mehr gehorcht, sich zu entschließen. Ebenso hat Japan, obwohl mit China sich nicht identifizirend, ich gedrängt gefühlt, sein Beto mit einem fait accompli zu erheben. England, durch seinen Konsul, trat ihm energijch bei, cheuso wie es in den Augen der Chinesen als ein wahrer Schuspatron dasteht. Deutschland dagegen we erblickt man dieses Reich der Mitte von Europa? Seine Söhne ßigen in Macao als Rheder, ja, als Konsuln, seine Schiffe nehmen die entseglich gequälte Ladung auf, feine Matrofen schießen in die lebendigen Fleischmaffen Hinein und peitscheu se 1007 Mann hinter einander, 3 Tage lang, blutrünftig; in Pern, in Hamburg flud es Deutsche, die mit diesem Handel lärt sud, ja, als endlich eine Gelegenheit kam, offiziell wenigstens eine Mißbilligung und Verantwortungs- losigkeit diesem Maffenmord gegenüber zu dokumentiren, da er flärt der deutsche Konful in Yokohama Rch, im Gegentheil, gegen das gerechte und troß der größten Provokation milde Verfahren der japanefischen Behörden gegen das peruanische Schiff Maria Lug aus dem portugiesischen Macas. Wo also er- blicken die stasiaten Deutschland? Auf Seiten ihrer Feindel Mi ben Portugiesen und Peruanern in einer Reihe! Es ist Zeit, hohe Zeit, den Folgen dieser offiziellen Entstellung unseres nationalen Gewiffens und Herabjegung unserer Würde, die sich weber vor Peru, noch vor Portugal in den Staub beugt, schleu

S. Beta. nigst zuvorzukommen.

Drud von Eduard Krause in Berlin.

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Der Kulfhändel.

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Ein Aufruf an die Menschheit des neunzehnten Jahrhunderts. Von Franz von Solhendorff.

Bu allen Seiten ist der Glaube eine Macht gewesen. Er lit es auch noch heute. Gerade diejenigen, welche mit kirchlichen Formen nichts zu thun haben mögen, bekennen sich zu dem feiten Glauben, daß die Menschheit in steta vorwärts schreitender Bildung höheren Zielen der Befitting entgegen geht. Inmitten der unberechenbaren Bereicherung unserer naturwiffenschaft- lichen Kenntniffe, umgeben von den überraschende Anwendungen neuer Ent- beckungen auf Gewerbe und Volkswirthschaft, empfangen wir die Offen- barnagen der niemals rafteuben Forschung."

Es ist ein Zeichen unserer Zeit, daß wir Angesichts täglicher, in unser geben tief zinshneidender Verbefferungen und Umwandlungen was rüchaltics dem Glauben an den Fortschritt der Menschheit hingeben. Wer vermöchte zu leugnen. daß dieser Glaube eine Macht in der heutigen Gesellschaft itt baß er ben Tragen anfpornt, den Ehrgeizigen reizt, den Zweifelnden vere stammen läßt und den schlummernden Trieb des Borwärtsschreitens in minder thatfräftigen Naturen zur Thätigkeit aufreibt* Aber dieser an sich wohi- thuende Glanbe wird zum verderblichen Wahn, wenn er die Gejaimtheit der menschlichen Leveuëverhältnisje, ohne nähere Unterscheidung naturwissens schaftlicher und sittlicher Verhältnisse, ergreift. Es giebt in der Gegemoart einen Culturmahn, der auf die Nachtfelten unseres Zeitalters hochmüthig berabblidt. Er meint, daß nach dem Gefeße des Fortschreitens Alles von felbft beffer werden müsse, daß es feiner menschlichen Auftrengung bedürfe, um die unser fiftliches Dafein bedrohenden Gefahren zu beseitigen. Diejem Glauben an die Vortrefflichkeit der Dinge entstammt die träge Macht des bequemen Scharrens, der unthätigen Meidgültigtelt, einer oft erschreckenden Sahllosigkeit, aus welcher dann die größten Nichtswürdigkeiten die Be dingungen ihres Daseins und Fortwucherns entnehmen. Es ist Culturwahu, zu glauben, daß die Freiheit der Menschen von selbst tomme. Freilich chießen bic Mehren der Saaifelder anfangs höher emper, als die Blüthen des Unfrantes. Was würde man aber von dem Parbinann fagen, der ba meint, daß Untrant werde fich felbft audrotten, wenn man nur den Weizen ungehindert emporwachsen laffe? Aus dem fitlichen Culturwahu der Gegen- wart und seinen Uebertreibungen entspringt die Gleichgültigkeit, mit welcher ble heutige Welt ben Mücjällen in die Barbarei zuschaut. Solche Rück- fälle ereignen sich gleichwohl tüglich, troß aller naturwissenschaftlichen Fort- schritte. Die Epoche der Meligionswifte, des Glaubenshaffes, der Berjol- gungssucht, die wir für immer beseitigt wähnten, erneuert jich vor unsern Augen. Eigenthum und Famille, die wir als gesicherte Güter unserer Ber- gangenheit betrachteten, werden von der durch Gemilucht aufgeftachelier Menge von nun an in Frage gestellt. Und umgefchri, die Heiligteil der menschlichen Arbeit verfüllt der Verachtung derer, welche glauben, durch Börsenspiel im Umschen reich werten zu fönnen. Meinten wir nicht, der Sclavetei sei mit dem Siege der nordamerikanischen Union endlich thre Grabesflatte bereitet worden? Raum verschwindet an den Geftaben des atlantischen Oceaus der Negerhandel, da verpestet die Ufer des stillen Meeres ser nichtswürdigite Menschenschacher. Wir find Zeuge eines Rückfalles in dic Sclaverei, deren Opfer der afailsche Kull it.

Fragt euren Nachbar, ob er etwað von den Hull's gehört habe, ob ihu ihr Schicsal bekümmere? Ich wette darauf, daß Jeber, der eine Zeitung lieft, irgendwo einmal auf den Hull geftoßen sein muß. Über ebenso ficher bin ich, daß die meisten der Zeltungslejer sich dabei feinen Augenblick des Rachbenfens gönnen, sondern auf ihrer Wanderung durch die Zeitungsspalten fich gleich den Reifenden, der auf dem Ellzuge durch unfruchtbare Gegenden fliegt, in eine Gete werfen, ohne nach dem Namen der Station zu fragen, an welcher sie einige Minuten halten. Die Benigsten achten es der Mühe merth, zu fragen, welche Bewandtniß es mit den stult's have. Es geht sie nichts an, so meinen fie. 3ch deute aber, daß es hohe Beit ist, sich mit dem stui an beschäftigen, denn sein Schicksal belehrt auch uns über die uns be drohenden Gefahren jenes giftigen Unkrautes, daß wir Culturwahn genanut

haben.

Zuvörderft also: der Kuli ist eine Menschengestalt, welche als Waarc verhandelt wird.

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nach den amerikanischen Arbeitsmärkten; als Gegenleistung die Verpflichtung, acht Jahre lang gegen einer geringen tohu (monatlich nicht ganz sechs Thaler) zu arbeiten, Ucherlaffung der Auswanderer nach der Ankunft in merifa an den Meistbietenden. Mit anderen Worten: Der Auswanderer verpflichtet sich nicht einem bestimmten Herrn und Arbeitsgeber, sondern degrabirt sich selbst u allen Formen eines Vertrages zu einer Sache, die auf den Markt gebracht und etwa wie ein Ballen Kinderhaute je nach der Conjunctur theurer oder billiger öffentlich versteigert wird.

Das schlimmste Schichal traf Diejenigen, welche auf den peruptauischen Shinchas-Inseln mit der Gewinnung des Guano zu Tode gepeinigt wurden. Auch das Wort Guane mahnt uns an gewiffe Formen des Culturwahas. Bildet man fich nicht ein, daß vor hundert Jühren die Folter unter drift- lichen Nattouen abgeschafft wurde? Freilich wohl dem Namen nach gegen verftodie Diebe und Gauner. Was aber in der Republik Peru „freigewor bene" tulis auf den Guano-Zafeln auszustehen haben, würde Dante, hätte er dergleichen gekannt, für seine Schilderungen der Hölle verwerthet haben. Beneidenswerth in Verhaltuiffe zu ben Suaten diefer Chinejen war das Schicksal Dever, welche etwa vor hundert Jahren in einfamen Folterkammern die Daumjchrauben und spanischen Stiefel" oder den geipidten Hafen“ und ähnliche Marterwerkzeuge fennen lernten. Bereits 1860 renete man. daß von viertausend auf den Guano-Inseln gelandeten Arbeitern nicht ein einziger am Leben geblieben war.

Je weniger das Schicksal cinefischer Auswanderer in der Gegenwart verborgen bleibt, je weniger es zur Nachahmung im Reiche der Mitte er northigen tonate, Sefto planmäßiger mußten die Mittel des Menschenfanges in Macav naëgebiloct werden. Der Reihe nach entstanden sene zahlreichen Barratuns eber Sclavendepôts, in denen die chinesischen Kulté in ber Zwischenzeit zwischen ihrer Anwerbung und ihrer Glufchiffung wie in einer Burrath-tammer aufgespeichert wurden. Sebald der all das forgfältig bewachte und pergitterte Eingangsthor vajhirt hat, öffnet es sich mir noch einmal für ihn, wenn er an Bord des Schiffes in die Heerde seiner Leidensi geführten getrieben wire.

Nach allen Regeln anderer Arbeitstheilung betrieben, zerfält der Kuli- handel in mehrere "eng ineinander greifende Geschäftszweige. Der erste in der Reihe der Banner ist der chinesische Auswanderingsagent, welcher seine Kopfgelder für jedes Stud" empfängt. Unter ihm arbeiten, von ihm an gewiesen mo angelernt, Wenschen, die man da bschaum der chinesischen Betrüger nemmen fam. Sie bennpen in öffentlichen Zocalen die Nebereilung des verzweifelnden Glücksspielers, deu fie zur Mettung des Verlorenen an spornen, seinen Leib gegen eine Summe Getoes anözümürfeln. Der Beicht. finnige, der von thuen zur Ausschweifung und zum Trife verlodt wurbe, bezahlt die Schulden einer einzigen Nacht mit der Unterschrift, die ihm seine Freiheit, jein Seben testen wird. Nichte ahnende Handwerker oder Bauern werden unter betrügerischen Vorspiegelungen eingefangen, öfter auch durch unternehmende Seeräuberzüge geraubt und jerigeschleppt. Niemand in den südchinesischen Küftengegenden ist gegen jolde Gewaltthat geschüßt. Selbft Der Berrath spielt feine Rolle, indem et personliche Feinde dem Menschen- händler überliefert. Aus diese Frevetthaten, obwohl in jenem Himmelsstriche weltbekannt, geschehen in den täuschenden Formen des Rechts. Chinesische Mandarinen beziehen ihre Procente und der portugiesische Procurator, der in Macav die Auswanderungsschiffe mustert, fiubet bei seinen Revisionen Alles vorschriftsmäßig". Die Gesammttosten für Anwerbung mud Transportining eines Kuli nach Westinoten veziffern sich auf etwa dret hundertundfeben Thaler. Stimmt man, wie Sachverständige rechnen, den Reinertrag des Geschäfts für jeden sult auf einhundert Brocent des Capitals an, so wird man anerfèmen: cicle Speculanten in Macao und Canton haben allen Anspruch darauf Gründer eines Vermögens genannt zu werden.

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Den Bortugiesen gefellten fich alsbald, durch jo große Erträgnisse anges lect, andere Nationalttäten zu. Die englisch französischen Verträge von 1860 ftipuliren von China die Freiheit der Auswanderung. Seit jenter Belt ist ein englisches und ein franzöfifches Auswanderungsbureau in Canton eröffnet worden.

Das Aufkommen des Kulihandels steht mit der Abschaffung der Reger- klaverei in einem unleugbaren Zusammenhange. Subald die afrikanische Bezugsquelle spärlicher floß, werdete der Scharfblick des menschlichen Eigen- nusee sich andern sinunelspegenden zu. Spanische Anstedter des sechszehn ten Sahrhunderts waren die ersten, welche Regersclaven nach ihren indischen Besizungen brachten. Republikanische Abkömmlinge dieser Spanier in Perusammenhange griefen und gewürdigt werden könnten. Ju fleinen Notizen

waren auch die ersten, welche Wulf's (das heißt bandarbeiter niederen Ranges) nach dem öftlichen Gestade des fillen Oceans schleppten. Aeußerlich wirkten hierbei zwei Thatsachen zusammen; die im Anfange des vierten Jahrzehntes Dieses Jahrhunderts erfolgte Freigebung der bis dahin gehemmten chinesischen newanderung und die Abschaffung der Regersclaverei in Peru unter Caftilla's Präsidentschaft. Allmählich verbreitete sich, einer Seuche gleich, das von Bern gegevene Beispiel über andere tropische und subtropische Länder, ins Bejondere die Antillen, Centralamerika, Guyana, Australien. Unter dem Namen der Auswanderung chinesischer Arbeiter auf Grund von Pajjagevor- Schuß und Dienstvertrag bildete sich nach und nach ein in allen Egelheiten jorgfältig ausgebildetes System des Menschenfanges, bei welchem alle Gr fahrungen der gefchicteften kaufmännischen Technik und des Rhederetgewerbed mit Betrug, interlift. Gewaltthätigteit, Raub und Nord so innig zufam- mengewoben sind, daß die Opfer der Geminusucht gleichsam in den Schlingen Der Gefeßesparagraphen selbfi erdtoffelt werden.

Das Verfahren in der Hauptsache ist bekannt. Der wichtigste Stapel plaß für den Handel in frischem Menschenfleische ist die an der Mündung des Cantonflusses gelegene altportugiesische Befihung von Macas, der Frei hafen aller dentbaren Nichtswürdigkeiten. Seit 1847, wo die ersten as- wanderungsschiffe von dort austiefen, ist das Geschäft in fortwährenden Auf. blühen zu taum glaublicher Ausdehnung emporgeschwollen. Das alte Muster des Auswanderungscontractea" war in der Kürze dieses: Frete Ueberfahrt

Wie es den Kulis auf dem Transporte ergeht, dauïber find von Zeit zu Zeit Nachrichten in die Deffentlichkeit gedrungen, deren Wirkung eine nachhaltige sein würde, wenn sie in gebührender Ordnung und in ihrem Zu jerstreut, entgehen fie aber der nachhaltigen Aufmerksamkeit; fie verfallen dem Schicksale der Vergessenheit mit dem Verschwinden der Zeitungsnummer, die fie gebracht hatte. "Höchft werthvolle Mitheilungen enthalten aber die englischen Parlamentsberichte, welche dielern Gegenstande gewidmet find. Ob sie üles jagen? - wer weih es! Mehr als die Wiederholung jolcher Schreckensberichte bedeutet vielleicht die statistische Ziffer. In dem zwanzig. jährigen Zwischenraume zwischen 1847 and 1866 find allein nach Saba 211 Fahrzeuge mit 85,768 Mulis verschifft worden. Verstorben unterwegs 11,209!! Wie viele später an Krankheiten und an Selbstmord in furzer Zeit nach Ihrer Ausschiffung endeten, bleibt_dunkel. Jedenfalls behält der Chinese nach seiner tandung kaum eine Hoffnung, seine Heimat wiederzusehen. Ein spanisches Gefen aus dem Jahre 1860 verbot den Aufenthalt freier Chinesen auf Guba, wer nach Ablauf seines achtjährigen Arbeitscontractes die Mück- fahrt nicht zu bezahlen vermag, hat nur bie eine Möglichkeit, sich wiederum für acht weitere Jahre zu verdingen, und so fort. Begreiflich ist es, daß die Chinesen in ihrer Sprache das Kulitransportgeschäft „Schweinehändel"

nennen.

Die englischen Richter in Hongkong haben zu wiederholten Malen öffent- lich in ihren Urtheilen ausgesprochen, daß das Kutigeschäft seiner ganzen Natur nach nichts Underes sein kann als Sclavenhandel und daß alle foge, Regulative zur Beaufsichtigung dieses Gewerbes wirkungslos bleiben. Jenen Richtern gereichte es zur besonderen Ehre, in dem oft ge-

nannten

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